melior AG

Stets bei Fresslaune halten

Fachbericht von Bernhard Bütikofer, PM Kleinwiederkäuer, melior

Für die Ziegenmilchproduktion sind professionell geführte Betriebe, eine gute Beobachtungsgabe und Fingerspitzengefühl gefragt. Die wählerischen Tiere bei hoher Fresslaune zu halten, gilt als besondere Herausforderung.

Ziegen unterscheiden sich mit ihrem Fressverhalten deutlich von anderen Wiederkäuern. Das ausgeprägte Naschen liegt in ihrem natürlichen Instinkt. Sie fressen die feinen, weichen Futterteile als Erstes und machen sich erst dann an den härteren Rest heran oder verschmähen diesen ganz. Auch der starke Futterneid ist sehr charakteristisch. Betriebe ohne Futterband können mit Fressblenden zwischen den einzelnen Plätzen an der Krippe für mehr Ruhe sorgen. Erfahrungsgemäss reduziert ein Sichtschutz zur Nachbarziege den Stress durch Futterneid erheblich.

Schneiden hat Vorteile

Homogene, schmackhafte Mischrationen aus guter Silage, Dürrfutter und bei Bedarf einem Ausgleichsfutter bewähren sich bei Ziegen sehr gut. Die Grundfutteraufnahme steigt, das Selektieren wird vermindert, und nicht zuletzt profitiert der Pansen von der gleichmässigen Nährstoffaufnahme. Durch die geringeren Krippenreste bei geschnittenem und gemischtem Futter setzen auch silofreie Betriebe mit reinen Dürrfutterrationen vermehrt auf einen Futtermischwagen. In jedem Fall ist auf genug Struktur der Mischung zu achten. Die Kontrolle kann mittels Fühlprobe (das Futter sollte noch etwas «stechen»), Schüttelsieb und durch Beobachten des Wiederkäuens erfolgen. Bei Ziegen gelten 35 Kauschläge pro Bissen als Minimum.

Energiedichte sicherstellen

Das Leistungsfutter im Melkstand muss für eine gute Lockwirkung mit einer hohen Fressbarkeit überzeugen. Gleichzeitig soll es von den Ziegen speditiv und ohne zu selektionieren gefressen werden. Hier lohnen sich speziell dafür entwickelte Ziegenfutter. Um einer Pansenazidose vorzubeugen, müssen hohe Kraftfuttergaben im Melkstand vermeiden werden. Abrufstationen, die den Ziegen das Ergänzungsfutter über den Tag verteilt in kleinen Gaben dosieren könnten, sind auf Schweizer Ziegenbetrieben noch selten anzutreffen. Umso wichtiger ist die Energie- und Proteinversorgung an der Krippe. Gutes Grundfutter ist oberstes Gebot und bildet die Basis für eine leistungsbetonte Fütterung. Wenn nötig kann die Grundration zusätzlich mit Ergänzungsfutter ausgeglichen und aufgewertet werden. Nur durch eine ausreichende Energiedichte der Ration vermögen Ziegen die gewünschte Leistung zu erbringen.

Speichelbildung anregen

Ziegen brauchen in jedem Fall Viehsalz und ein passendes Mineralfutter. Ob an der Krippe oder zur freien Verfügung mit Leckmassen, spielt eine untergeordnete Rolle. Letzteres fördert durch das Lecken die Speichelbildung, was den Pansen zusätzlich puffert und die Verdauungsvorgänge anregt. Im Gegensatz zu Schafen haben Ziegen einen normalen Kupfer-Bedarf. Ein reines Schafmineralfutter kann bei ihnen längerfristig zu Kupfermangel führen.

Komfort in Liegenischen

Hohe Futteraufnahmen bedingen für eine bessere Leistungsbereitschaft auch längere Wiederkäuzeiten. Genug Platz, saubere und weiche Liegeflächen sowie freier Zugang zum Futtertisch erlaubt es den Ziegen, ihren individuellen Fress- und Wiederkäurhythmus voll auszuleben. Neben viel Licht und frischer Luft sorgen erhöhte Liegeplätze oder Liegenischen für optimalen Komfort im Ziegenstall.

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