melior AG
Legende

Keine Chance für Keime

Fachbericht von Stefan Schönbächler, Schweinespezialist, melior

Mit der Förderung der Biosicherheit sollen möglichst keine Krankheitserreger in den Stall eingeschleppt werden. So können die Keimausbreitung und der Erregerdruck innerhalb des Betriebes reduziert werden.

Im Zusammenhang mit der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Europa muss sich die gesamte Schweinebranche der konsequenten Umsetzung der Biosicherheitsmassnahmen verschreiben. Auch wenn sich ein Betriebsleiter gut organisiert hat und routiniert arbeitet, können kleine Massnahmen Grosses bewirken. 

Stallkleider für alle

Beim Zukauf von Remonten in einem Zuchtbetrieb und von Ferkeln in den Mastbetrieb wird der Gesundheitsstatus des Herkunftsbetriebes überwacht. Die Teilnahme an einem Gesundheits-Plus-Programm wird ab 1. April 2021 im QM Schweizer Fleisch obligatorisch. Dies ermöglicht eine zusätzliche Überwachung der Tiergesundheit und der Leistungsdaten im eigenen Tierbestand. Ein Bestandesbetreuungsvertrag mit dem Tierarzt ist sinnvoll oder sogar vorgeschrieben, wenn der Tierarzt Medikamente abgibt. Externe Personen inklusive Tierarzt müssen mit betriebseigenen Stallkleidern ausgerüstet werden. Beim Warenverkehr muss die Qualität der Futtermittel, speziell Nebenprodukte und Stroh im Auge behalten werden. Das Tränkewasser muss einwandfrei sein. Die in der Mischfutterherstellung tätigen Betriebe werden regelmässig von den akkreditierten Organisationen überwacht und kontrolliert. Die Rohwaren unterliegen einem lückenlosen Monitoring.

Nager bekämpfen

Fliegen werden bekämpft, wenn sie auftreten und sichtbar sind. Bei Mäusen und Ratten geht die Bekämpfung in Phasen, in welchen wenige Probleme auftreten, oft vergessen. Gerade in Bezug auf die ASP-Prävention sind Schadnagern höchste Aufmerksamkeit zu schenken und diese sind rigoros zu bekämpfen. Professionelle Bekämpfungskonzepte, etwa von der Suisag, kosten zwar etwas, sind aber effizient und sicher. Eine Überprüfung der heiklen Gebäudezugänge und die Montage entsprechender Nagerfallen lohnt sich und kann existenzrettend sein.

Umsetzungstipps
  • Besucherjournal konsequent führen
  • Nur betriebseigene Überkleider oder Einweg-Überkleider verwenden
  • Betriebseigene Stiefel anbieten oder Überziehstiefel abgeben, auch für den Tierarzt
  • Hygieneschleuse einrichten und konsequent benutzen
  • Konsequentes Reinigungsund Desinfektionskonzept
  • Sich gegen Grippe impfen lassen 

ASP wäre der Ruin

Das hochansteckende ASPVirus ist in Deutschland angelangt und hat zusätzlich zu den negativen Auswirkungen von Corona zu riesigen Verwerfungen im Schweinemarkt geführt. Auch die Schweiz könnte es treffen und es ist klar, dass ein ASP-Ausbruch die betroffenen Betriebe in den Ruin treiben würde. Deshalb gilt es nun die rigorose Umsetzung der Hygienemassnahmen voranzutreiben. Achtlos weggeworfene Speiseabfälle entlang von Strassen und im Umkreis von Ställen, nächtlicher Wildschweinekontakt oder Kontaminationen durch unklaren Personenverkehr aus Risikogebieten, etwa bei Lieferdiensten, sind Hochrisikofaktoren. Es kann durchaus ratsam sein, eine Umzäunung des Schweinestalles zu prüfen. Selbstverständlich gibt es da Herausforderungen bezüglich Automatisation der Zufahrten, aber auch bezüglich Kosten.

Check mit der Ampel

Die ASP-Risikoampel der Suisag unter www. suisag.ch erlaubt einen einfachen Online-Check zur Überprüfung der Biosicherheit auf dem Betrieb, inbegriffen sind die Risikobewertung des eigenen Betriebes und ein Katalog mit Verbesserungsmassnahmen.

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