melior AG
Ziegen

Gitziaufzucht im Fokus

Fachbericht von Bernhard Bütikofer, PM Kleinwiederkäuer

Eine gute Nährstoffversorgung unterstützt die Gesundheit schon von klein an und bildet die Grundlage für gesunde und leistungsfähige Milchziegen.

Die Gitziaufzucht ist ein Schlüsselfaktor in der Ziegenmilchproduktion. Eine hohe Nährstoffversorgung der Jungtiere, bereits ab dem ersten Lebenstag mit ausreichend Biestmilch, unterstützt die Gesundheit und ermöglicht hohe Zunahmen. Darüber hinaus stellt die intensive Aufzucht auch eine metabolische Programmierung dar, womit die Stoffwechselfunktionen sowie die zukünftige Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit durch eine optimale Versorgung während der frühen Aufzuchtphase positiv beeinflusst werden.

Füttern mit System

Bei Jungziegen ist ein Erstablammalter von zwölf Monaten mit einem Lebendgewicht von 60 bzw. 70 kg durchaus möglich. Für dieses Ziel sollten Gitzis bei der Belegung dank guter Genetik, bestmöglicher Haltung und intensiver Fütterung je nach Rasse mindestens 33 bis rund 39 kg schwer sein. Während Genetik und Haltungsbedingungen zu einem hohen Grad vorgegeben sind, kann mit dem Ernährungsniveau entscheidend Einfluss auf Gesundheitszustand und Entwicklung der Organe (Lunge, Herz, Verdauungstrakt) genommen werden. Das bestätigen auch Erfahrungen auf mehreren Ziegenzuchtbetrieben mit professioneller Aufzuchtfütterung. Eine gute Entwicklung der Jungtiere und ansprechende Einsatzleistungen in der ersten Laktation widerspiegeln ein konsequent umgesetztes Aufzuchtsystem.

Optimal nutzen

In den ersten Lebensstunden eines Gitzis bauen Antikörper im Kolostrum eine vorübergehende Immunität gegen Krankheiten auf. Die möglichst schnelle und ausreichende Biestmilchgabe hat deshalb höchste Priorität und ist unersetzlich! Eine gute Nährstoff- und Mineralstoffversorgung im letzten Drittel der Trächtigkeitsphase erhöht die Kolostrumqualität. In den ersten Tagen kann weiterhin Biestmilch vertränkt werden, ehe dann oftmals auf Kuhmilch oder Milchaustauscher umgestellt wird. Beim Tränken gilt generell:

  • Hohe Hygiene beim Tränkegeschirr
  • Jede Umstellung langsam und fliessend machen
  • Bei Warmtränke konstante Milchtemperatur von 38–40°C
  • Beim Milchpulver keine Kompromisse eingehen – Qualität vor Preis!

Mit der Tränke können gleichzeitig auch natürliche Zusätze zur Unterstützung der Immunität und zur Prophylaxe von unspezifischem und Kokzidien bedingtem Durchfall verabreicht werden.

Pansenzotten fördern

Frisches Wasser, gutes Dürrfutter und ein flockiertes Gitziaufzuchtfutter sind bereits ab der dritten Woche ad libitum anzubieten. Mit stärkereichen Getreideflocken und wertvollen Zusätzen wie Diamond XP®-Hefe begünstigt ein schmackhaftes Aufzuchtfutter die frühe und höhere Futteraufnahme, Faserverdauung und Vormägenentwicklung massgeblich. Eine optimale Energieversorgung ermöglicht eine Verdoppelung des Geburtsgewichtes innert drei Wochen. Der Weidegang sollte infolge grosser Verzehrsschwankungen und Verwurmungsgefahr frühestens nach der Belegung erfolgen. Für ein natürliches Parasitenmanagement haben sich sowohl bei Gitzis wie auch bei Milchziegen Produkte auf pflanzlicher Basis sehr gut bewährt.

Verlangen Sie einen Rationenplan für die professionelle Gitziaufzucht bei Ihrem melior-Berater oder rufen Sie uns an. Tel. 058 434 15 15