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Ein Energiemanko vermeiden

Fachbericht von Markus Stucki, Ressortleiter Technischer Dienst Kälber

In der Abtränkephase der Kälber ist Vorsicht geboten, was die Kotkonsistenz betrifft. Kokzidien können das Kalb belasten und beträchtliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Hygiene ist das A und O.

Frühdurchfall im Kälberstall ist in vielen Betrieben ein grosses Problem. Nebst Abgängen und dauerhaften Schäden bei erkranktenTieren entstehen hohe Kosten, viel Zeitaufwand und nicht selten auch eine emotionale Belastung für die Betriebsleiter. Im Anschluss an eine hygienisch saubere Geburt, eine optimale Kolostrumversorgung und die zusätzliche Verabreichung von Eisen und Selen ist das Kalb leider nicht in jedem Fall vor einer Durchfallerkrankung gefeit.

Milch nicht absetzen

Die häufigsten Widersacher in den ersten Lebenswochen sind sehr oft Rota- und Coronaviren, Kolibakterien oder Parasiten in Form von Kryptosporidien. Erkranken mehr als 15 Prozent der neugeborenen Kälber in den ersten vier Wochen an Durchfall, empfiehlt es sich, diese Phase genauer unter die Lupe zu nehmen und allenfalls mit dem zuständigen Tierarzt ein Gesundheitskonzept auszuarbeiten. Kälber mit starkem Durchfall verlieren zehn oder sogar mehr Prozent des Körpergewichts in Form von Flüssigkeit am Tag. Durch den hohen Flüssigkeitsverlust gehen Elektrolyte,vor allem Natrium, Kalium und Chlorid verloren, anschliessend kommt es vielfach zu einer Blutübersäuerung und zu einem Energiemanko. Bei einem kranken Tier darf auf keinen Fall die Milch abgesetzt werden. Der Grundbedarf an Energie muss weiterhin über die Milch abgedeckt werden. Elektrolyttränken sind in dieser Phase aber essenziell, um die durchfallbedingt entstandenen Flüssigkeits- und Elektrolytverluste zu kompensieren. Die in den Elektrolyten enthaltene schnell verfügbare Energie reicht nicht aus, sie unterstützt das Kalb lediglich.

REIN-RAUS-VERFAHREN
Ein hundertprozentiges Vorbeugen für Kokzidiose ist nicht möglich. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten, welche die Verbreitung hemmen. Dazu gehört die Belegung im Rein-Raus-Verfahren, ebenso eine regelmässige Reinigung und allenfalls Desinfektion zwischen den Belegungen. Futtertröge und Tränkebecken stets sauber halten, für saubere und ausreichende Einstreu sorgen.Neugeborene Kälber sollten stets von älteren getrennt werden und gut mit Eisen und Vitamin versorgt werden.

Vorsicht beim Abtränken

In der Abtränkephase von Aufzuchtkälbern ist noch einmal besondere Vorsicht geboten, was die Kotkonsistenz anbelangt. In dieser Phase können einzellige Parasiten, vorwiegend Kokzidien, das Tier belasten. Der wirtschaftliche Schaden macht sich in erster Linie in der Entwicklung vom Tier bemerkbar. Die infektiösen Eier nimmt das Tier oral von seinen infizierten Artgenossen, Stalleinrichtungen oder über das Raufutter auf. Nach einer Inkubationszeit von rund zwei Wochen kann die Erkrankung in Form von grün-braunem, schleimigem, stinkendem, später dünnflüssigem und blutigem Durchfall sichtbar werden. Insbesondere die relativ lange Inkubationszeit und das häufige Vorkommen machen die Krankheit zum Problem.

Energiemanko hat Folgen

Weil das Kalb in der Abränkephase die rückläufige Nährstoffzufuhr infolge der sinkenden Milchmenge nicht mit Festfutter ersetzen kann, entsteht häufig zusätzlich zum Energiemanko ein Rohproteinüberschuss. In dieser Konstellation begünstigt das das Erkrankungsrisiko. In dieser Phase ist die richtige Zusammensetzung und Ergänzung der Ration unabdingbar. Das Tier beginnt jetzt erst richtig, seine Vormägen in Betrieb zu nehmen, und das soll schonend passieren.Bei allfälligen Verdauungsstörungen sollte unbedingt die Fütterungsintensität (Menge und Nährstoffe pro Tier) überprüft und allenfalls hinterfragt werden. Nicht knausrig, aber richtig füttern. Ein vitales und richtig versorgtes Kalb ist immer robuster und leistungsfähiger. 

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